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Herkunft des Namens "Hermunduria" Mehrere hundert Jahre vor Beginn unserer Zeitrechnung war das Gebiet Mitteleuropas durch die aus dem Norden nach Süden vordringenden Germanenwanderungen geprägt.
Der Name Hermunduren tritt erstmals um das Jahr Christi Geburt bei den römischen Schriftstellern DioCassius Strabo, später Vellejus Paterculus und Tacitus auf. Im Jahre 58 nach Christus kämpfen die Hermunduren bei Salzungen gegen die Chatten um den Besitz der Salzquellen. Sie siegen und treten damit in intensive Handelsbeziehungen mit dem römischen Süden Deutschlands. Gegen Ende des dritten Jahrhunderts war das Hermundurenvolk durch seine ergiebigen Handelsbeziehungen wohlhabend, prunkliebend und genussfroh geworden. Die Hinwendung zum Handel und die gleichzeitige Abkehr vom Kriegshandwerk dürfte wohl die Ursache für den Untergang des Hermundurenreichs gewesen sein.
Bei der Wahl des Namens "Hermunduria" für die handelswissenschaftliche-pädagogische Vereinigung im Jahre 1902, folgte man einer Tradition deutscher Korporationen, die Namensgebung an germanischen Stammesnamen ihres Einzugsgebietes zu orientieren. Hierbei sei noch angemerkt, dass alternativ zu dieser Tradition häufig auch die latinisierten Formen der landsmannschaftlichen oder städtischen Herkunft der Korperationsmitglieder gewählt wurden, ja sogar bestimmter Universitäten, Fürstenschulen oder Gymnasien. |
In der Region zwischen Ockerfluß, dem Harz, der Magdeburger Börde und entlang der Elbe und Saale sowie des Thüringer Waldes waren vor allem zwei Stämme, die bäuerlichen "Duren" und die sehr kriegerischen „Hermionen“ ansässig.
Es bleibt festzustellen, dass die Kulturgemeinschaft der Herrnionen und Duren im Chaos der Völkerwanderung ca. 600 Jahre ein durch Sesshaftigkeit, Ackerbau und Handelstätigkeit, von allgemein sozialem Wohlstand geprägtes politisches Zentrum für die weitere geschichtliche Entwicklung Mitteldeutschlands dargestellt hat, von dem leider viel zu wenig bekannt ist.